Vorneweg !

Einen Mundschutz muss man regelmäßig wechseln ! Und, es ist egal wie er aussieht – er muss helfen !, das heisst, er muss dicht sein !

Ich weise Sie ausdrücklich, aus haftungsrechtlichen Gründen, darauf hin, dass ich Ihnen diese Vorschläge als Privatperson und ausdrücklich nicht in meiner Funktion als Fachkraft für Arbeitssicherheit mache.

Auch ein Mundschutz ist leicht aus haushaltseigenen Mitteln herstellbar
Eventuell ist der selbstgebaute Mundschutz sogar besser, als so manches was Sie aktuell kaufen können. Abgesehen davon sind die Preise auch explodiert. Ein regelmäßiger Wechsel ist praktisch kaum noch finanzierbar.
Bitte vermeiden Sie es dringend, einen Einmal-Mundschutz wiederholt zu verwenden. Bis zu einem gewissen Grad ist dies möglich, aber Sie müssen zahllose Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Das wird im Arbeitsalltag aber eher nicht gelingen. Dann ist der benutzte Mundschutz eventuell gefährlicher als gar kein Mundschutz.

Eine spezielle Bauanleitung für Männer, die nicht nähen können, und für ganz Eilige, die keine Zeit haben, wird folgen.

Weitere Vorschläge zum Thema Spritzschutz/Schutzwand etc. werden ebenfalls folgen. Vielleicht habe ich auch noch einige andere Ideen, die Ihnen helfen könnten. Diese werde ich Ihnen in loser Folge ebenfalls auf gleichem Weg zukommen lassen.

Haben Sie eine hilfreiche Idee, dann lassen Sie mich dies wissen. Gerne in den Kommentaren oder per Mail an über Kontakt. Ich werde dies dann gerne an Andere weiterleiten, resp. unter www.arbund.de veröffentlichen.

Mundschutz für die Corona-Grippe

Es geht schon los …. Mundschutz ist das falsche Wort.
Korrekterweise muss der Schutz Mund-Nasen-Schutz heißen … warum erfahren Sie hier.
Der Einfachkeit halber bleibe ich bei dem Begriff Mundschutz.

Hier erhalten Sie Angaben zu folgenden Themen

Grundlagen des Schutzes

Genauso wie bei den Desinfektionsmitteln müssen Sie sich auch bei der Corona-Grippe überlegen: wovor will ich mich den überhaupt schützen ?

Die Kernfragen sind:
Wie wird die Erkrankung übertragen ?
Wie gross ist das Corona-Virus ?

Corona-Viren werden, weit überwiegend, über Tröpfchen übertragen.
Diese entstehen bei Husten, Niesen, auf der Grundlage von Speichel oder anderen Sekreten …..

Diese infektiösen Tröpfchen schweben in der Luft und setzen sich irgendwann auf Oberflächen ab.

Sie haften auf der Haut, wenn Sie in die Hand gehustet haben, sie schweben in der Luft und werden eingeatmet oder landen auf Ihren Lidbindehäuten.

Die Haut selbst kann von den Viren nicht durchdrungen werden. Fassen Sie sich allerdings mit verunreinigten Händen oder mit kontaminierten Gegenständen/Stoffen an Mund/Nase, dann ist auch auf diese Weise eine Infektion möglich.

Der Hauptübertragungsweg sind allerdings die Atemwege.

Genau wie bei allen anderen Infektionen, die auf diese Weise übertragen werden, ist ein wesentlicher Anteil des Schutzes für sich selbst oder andere die Verhinderung der Übertragung über diese Tröpfchen.

Das Aerosol soll garnicht erst entstehen – Husten und Niesen Sie in eine Stoffunterlage, zur Not in die Armbeuge. Man sollte, falls man doch infiziert ist und dies garnicht weiß, auch möglichst nichts von den Viren in die Luft freisetzen ! – also Mundschutz !

Wenn das Aerosol schon entstanden ist, vermeiden Sie es, das Aerosol einzuatmen.

Also: Mundschutz !

Zu den eventuell sinnvollen Schutz-Brillen folgt die Information später.

Das Virus hat eine Größe/Durchmesser von 0,12 bis 0,15 Mikrometer …. also winzigst !!

Die Tröpfchen schweben im Aerosol recht lange in der Luft und die Viren in den Tröpfchen bleiben eine ganze Weile infektiös.
(Zur Überlebensdauer der Viren kennt man aktuell noch nicht alle Daten. Ich informiere Sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt.)

Was für Möglichkeiten gibt es das Einatmen von Aerosolen zu vermeiden ?

Nix machen ….. das ist nun wirklich keine gute Idee.
Für gesunde junge Menschen und Kinder geht das wahrscheinlich gut, da nach der aktuellen Datenlage diese Gruppen ein außerordentlich geringes Erkrankungsrisiko haben. Für ältere Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen ist dies völlig indiskutabel.

Sich umdrehen,  zurücktreten,  weggehen,  Abstand vergrößern  …. nicht mal so schlecht und manchmal gibt es auf die Schnelle nichts Besseres. Die Aerosole schweben im Wesentlichen nur eine Weile in der Luft, dann sinken sie zu Boden. Die Tröpfchen “rennen Ihnen auch nicht hinterher”. Aus dieser Beobachtung resultiert die aktuelle Forderung nach einem Sicherheitsabstand von rund 2 Meter.

Hand vor Mund und Nase ….. das ist heikel … eher nein. Die Luft mit dem Aerosol geht beim Atmen an der Hand vorbei. Außerdem ist es möglich, dass Sie Infektionserreger an der Hand haben und Sie sich diese “ins Gesicht schmieren”. Die Infektionsgefahr wird größer.

Mund-Nasen-Schutz tragen …. das ist das Mittel der Wahl. Je dichter der Mundschutz am Gesicht liegt, je weniger Luft daneben eingeatmet werden kann, desto besser ist er.

Ideal wäre ein Mundschutz, dessen Porengröße kleiner als 0,12 Mikrometer ist. Durch so einen Mundschutz können Sie jedoch nicht mehr atmen. Generell kann man sagen:

je dichter der Mundschutz um so besser der Schutz, aber desto schlechter können Sie atmen. Sie müssen also Kompromisse eingehen. Die besseren Masken sind die FFP2 und FFP3-Masken. Diese haben eine Porengröße von 0,6 Mikrometer – ideal sind diese auch nicht. Vermutlich kommen Sie mit Ihrer dichten, selbst gebauten Maske aber durchaus in die Nähe dieser Qualität oder übertreffen diese.

Material-Wahl

Zunächst die Wahl des Stoffes

Sie sehen an der Größe der Viren: der Stoff muss dicht sein. Außerdem: der Stoff muss Hitze vertragen, denn wir wollen den Mundschutz ja wiederverwenden und dafür müssen wir ihn reinigen und eventuell daran haftende Viren abtöten.

Ein Strickschal oder ein dünnes Stoff- oder Papierläppchen sind ungeeignet !
Generell sind auch alle weich gewebten, dehnbaren Jersey-Stoffe nicht geeignet.

Hier hilft ein einfacher Test !

Halten Sie sich den Stoff vor den Mund und blasen Sie durch. Wenn dies leicht möglich ist, ist der Stoff nicht geeignet.
Halten Sie den Stoff vor einen gemusterten Untergrund. Wenn Sie das Muster noch sehen, ist der Stoff nicht geeignet.
Synthetische Gewebe sind dicht, aber in der Regel nicht heiss waschbar. Daher sind sie generell nicht geeignet.

Geeignet sind dicht gewebte Stoffe aus Baumwolle.

Sehr dicht sind altmodische, nicht dehnbare Bettlaken aus Baumwolle, Futterstoff für Handtaschen, Küchenhandtücher, blickdichte Vorhänge oder Bezugsstoffe aus Baumwolle.

Ein Mundschutz muss nicht hässlich sein, er kann auch Spass machen. Muster sind möglich.
Aber: bevorzugen Sie helle Stoffe mit dezenten Mustern. Nur bei hellen Stoffen kann man eine Verschmutzung erkennen

Bauanleitung Mundschutz

Sie brauchen

  • Sie brauchen
  • einen geeigneten Stoff
  • Nadel und Faden oder Nähmaschine
  • 4 Bänder (bei 60 Grad waschbar)
  • Stecknadeln oder Stoffklammern
  • (eine Packung Kaffee und eventuell etwas Draht, falls Sie einen Nasenbügel einbauen wollen)

Der erste Mundschutz dauerte etwas länger, auch wegen der Fotos. Für den 3. Mundschutz waren es dann rund 15-20 Minuten. Bitte Baumwollstoff zunächst waschen, manche Stoffe gehen sonst später ein. Dann würde der Mundschutz zu klein werden.

Schneiden Sie ein rechteckiges Stück Stoff mit der Größe 32 x 20 cm aus.

Sind sie groß und tragen einen Vollbart, dann brauchen Sie eventuell mehr Stoff, sind Sie zierlich, genügt wahrscheinlich weniger Stoff. Beim ersten Versuch sollten Sie allerdings bei diesen Maßen bleiben.

Schritt 1: Den Rand mit Zickzackstich umsäumen.

Schritt 2: Beide kurzen Kanten jeweils 0,5 bis 1 cm umnähen.

Luxus-Ausgabe: mit Nasenbügel

(Optional) Sie brauchen  ein Stück Folie aus einer Kaffeepackung von ca. 8 x 16 cm.

Schritt 3: Diesen Streifen in Längsrichtung zu einem schmalen Streifen aufwickeln und fixieren. Der Metallanteil der Folie lässt sich später auf der Nase etwas anformen.

Dieser Nasenbügel kann später passend gekürzt werden.

Wenn die Folie alleine nicht stabil genug ist, kann man etwas Gartendraht vor dem Falten in die Folie einlegen.

Den Draht mittig auf die Kaffeefolie legen, festkleben, dann die Folie aufwickeln und mit Klebestreifen fixieren. Bitte kleben Sie den Draht nicht aussen auf, sonst könnte es womöglich zu Schäden an Haut oder Augen kommen.

Dieser Streifen wird später in eine Tasche eingelegt.

Um diese Streifentasche herzustellen wird eine kurze Seite nochmals umgeschlagen (etwas mehr als der Folienstreifen breit ist). Diese Streifentasche wird von links und rechts nur jeweils 5-7 cm umgenäht. Die Mitte bleibt offen. Hier soll später der Nasenbügel eingelegt werden.

Bitte entfernen Sie den Nasenbügel bei der Reinigung aus dem Mundschutz, da er eventuell nicht ausreichend hitzestabil ist.

Luxus-Ausgabe: mit Nasenbügel (Alternative)

Statt der Verpackung von Kaffee und oder Draht können Sie die Metall-Litzen von Schnellheftern benutzen.
Speziell der dünne Streifen ist hervorragend biegbar .
Man kann ihn viele, viele Male verformen, ohne dass er bricht.
Man kann ihn fest im Mundschutz einnähen und braucht ihn beim Erhitzen des Mundschutzes nicht zu entfernen (ich hoffe, er rostet nicht im Lauf der Zeit).

Dieser tolle Vorschlag wurde übermittelt von Frau Christine Hörger – Naturheilpraxis Giengen.
Ganz herzlichen Dank dafür !!

Bänder für die Befestigung

Länge ca. 50 bis 60 cm – ebenfalls Baumwolle – nicht allzu schmal, damit man die Knoten später auch wieder gut lösen kann. Möglicherweise sind die Bänder für Sie zu lang, aber abschneiden kann man später immer noch.

Schritt 3: Das Stoffstück nun so falten, dass die Innenseiten aussen sind – die Bänder so einlegen, dass sie zwischen den Stoffteilen liegen und nach innen schauen.

Schritt 4: Wenn Sie die Beschreibung nicht verstehen oder vergessen, dann nähen Sie die Bänder einfach später von außen an. Das ist dann vielleicht nicht so hübsch, funktioniert aber ebenfalls.

Schritt 5: Aktuell schaut die Innenseite nach außen. Nun an den Seiten ca. 0.5 – 1 cm von der Kante entfernt abnähen.  Dann sieht das Ganze so aus. Die Bänder sind alle im Innern.

Schritt 6: So sieht es aus, wenn man das Ganze herumdreht.

Darf ich vorstellen:
das ist Erwin, mein Modell.

Erwin hat eine knubbelige Nase – dafür brauchen wir gesondert Platz im Mundschutz, da dieser sonst nicht glatt am Gesicht angelegt werden kann.

Schritt 7: Dazu werden an der Seite des Mundschutzes Falten eingefügt.

Dann wird der Nasenbügel eingefügt (optional)

Nun sieht das Ganze so aus. Der Nasenbügel lässt sich formen. Die Seite mit dem Bügel gehört nach außen !

Angezogen, mit anlegtem Nasenbügel sieht das Ganze so aus. Der Mundschutz liegt nun viel enger an der Haut. Die Gefahr dass Luft nebenher eingeatmet wird ist reduziert.

Mundschutz mit “Einlage”.

Schritt 8: Sollte Ihr Stoff ein wenig zu dünn sein, oder Sie sind erkältet und wollen Ihre Mitmenschen schützen, dann legen Sie in die eingenähte Tasche Küchentücher oder Toilettenpapier. Einmaltaschentücher sind nur bedingt zu empfehlen, da diese häufig Duftstoffe enthalten und diese eventuell Ihre Lunge schädigen könnten.


Wichtige Hinweise zur korrekten Nutzung

Ganz wichtig ist:

der Mundschutz muss dicht sitzen.
Die Nase muss auch darunter !

Heisst ja eigentlich auch korrekterweise Mund-Nasen-Schutz !

Wenn überall Lücken zwischen Haut und Mundschutz sind, strömt die Luft ungefiltert von der Seite ein …. dann können Sie ihn auch ausziehen. Dann nützt er nichts.

Man muss einen Kompromiss finden:

Er muss dicht sein und darf die winzigen Viren nicht durchlassen, aber Sie müssen noch atmen können.

Es gibt eine maximale Tragezeit für jeden Mundschutz.

Rechnen Sie mit ca. 4 Stunden: dann brauchen Sie einen neuen Mundschutz.

Es macht keinen Sinn, wenn Sie jeden Tag den gleichen Mundschutz tragen. Am Schluss ist dieser massiv mit allen möglichen Erregern besetzt und kann nur noch als “Seuchenschleuder” bezeichnet werden.

Sollten Sie erkältet sein und andere Menschen schützen wollen, dann müssen Sie ihn deutlich öfter wechseln. Speziell in diesen Fällen ist der Mundschutz mit Einlage zu empfehlen.

Reinigung und Wiederverwendung

Es ist nicht notwendig fertige Wegwerf-Produkte zu verwenden. Wichtig ist nur:  den Mundschutz vollständig von Viren zu befreien. Mittlerweile weiß man von diesen Viren, bei welcher Temperatur und in welcher Zeit die Viren abgetötet werden.

Bitte entfernen Sie den Nasenbügel bei der Reinigung aus dem Mundschutz, da er eventuell nicht ausreichend hitzestabil ist.

Nehmen Sie Ihren waschbaren Mundschutz. Legen Sie diesen in einen kleinen Metallbehälter und übergießen ihn mit kochendem Wasser.

Das Wasser hält diese Temperatur über einige Zeit, sicher ausreichend lang um Viren abzutöten. Ein wenig Spül- oder Waschmittel verstärkt die Wirkung weiter. Einwirken lassen, gründlich auswaschen, trocknen – und wieder anziehen.

Vermutlich sind die Viren in 3 Minuten abgetötet. Sicherheitshalber sollten Sie das Töpfchen aber eher 10 Minuten stehen lassen.

Verwenden Sie den Mundschutz nach der Reinigung bitte erst wieder, wenn er völlig trocken ist !


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen guten Vorschlag unterbreiten.

Bitte senden Sie diese Informationen an andere Interessierte weiter, gerne auch mit Nennung der Informationsquelle.